Prävention von Sportverletzungen
am Kniegelenk
Vorbeugen.
Eine schwere Knieverletzung ist der Albtraum jedes Sportlers: monatelange Reha, Operationen, Trainingsausfälle, das Risiko für Folgeschäden und die Ungewissheit, ob und wann das „Comeback“ gelingt.
Um das Risiko schwerer Knieverletzungen zu senken, hat die Deutsche Kniegesellschaft auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse das Präventionsprogramm STOP-X entwickelt – in enger Zusammenarbeit von Ärzten, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern.
Präventionstraining
Die Trainingspläne umfassen alle vier Kernelemente der Prävention: Mobilität, Kontrolle, Kraft und Elastizität. Dank abwechslungsreicher Sessions wird das Training nie langweilig.
Für zu Hause
Individualroutinen
Diese Übungen ergänzen Ihr Athletiktraining um wichtige Aspekte der Knieprävention. Trainieren Sie selbstständig und flexibel – ganz bequem zu Hause.
Direkte Vorbereitung auf das Training
Warm-Up Routinen
Dieses gezielte Präventions-Warm-Up bereitet Sie optimal auf intensives Training oder einen Wettkampf vor. Es kann helfen Knieverletzungen im Sport vorzubeugen.
Die 4 Kernelemente der Knieprävention
Um das Knie zu stärken und damit das Verletzungsrisiko im Sport zu reduzieren, sind in den Trainingsplänen von STOP-X folgende vier Kernelemente gezielt miteinander kombiniert.
Mobilität – Gelenke & Gewebe vorbereiten
Mobilität ist die Grundlage einer guten Bewegungsqualität. Das STOP-X-Präventionstraining verbessert und erhält die Beweglichkeit in den Sprung-, Knie- und Hüftgelenken.
01
Gelenkkontrolle – Präzise & koordiniert bewegen
Kontrollierte Bewegungen schützen das Knie. Mit STOP-X trainieren Sie Kontrolle, damit Knie, Hüfte und Rumpf immer optimal zusammenarbeiten – auch wenn es schnell gehen muss.
02
Kraft – Stabil von der Basis bis zum Knie
Mit STOP-X kräftigen Sie gezielt die Muskeln rund ums Knie und stärken gleichzeitig den gesamten Körper, um das Kniegelenk effektiv zu entlasten.
03
Elastizität – Entwicklung sportlicher Dynamik
Sie üben Sprünge, Landungen und schnelle Richtungswechsel – damit Ihr Körper auch in unerwarteten Situationen sicher landet und dreht.
04
Warum vorbeugen?
Aktuelle Studienergebnisse zeigen, dass die Primärprävention mit Stop-X das Risikofaktoren für Knieverletzungen reduzieren kann.
Ein zentraler Risikofaktor für Kreuzbandverletzungen ist das sogenannte dynamische X-Bein, bei dem das Knie beim Landen nach innen einknickt.
-33% bis -53%
+20% bis +60%
Unterstützung nach der Verletzung
Testmanuals
Die Testmanuals helfen, das Risiko einer erneuten Kreuzbandverletzung gezielt einzuschätzen – für Kliniken, Praxen und Rehazentren.
Rehabilitation
In der akuten Phase nach einer Verletzung oder Operation unterstützt Sie das DKG-Patientenportal bei Ihrer Rehabilitation.
Tertiärprävention
Nach abgeschlossener Reha und erfolgreichem Return-to-Sport hilft die Tertiärprävention, das Risiko einer erneuten Knieverletzung zu senken.
Wie entsteht eine sportbedingte Kniegelenksverletzung ?
Was macht das Kniegelenk so verletzungsanfällig?
Das Knie ist das größte Gelenk des menschlichen Körpers – ein sogenanntes Dreh-Scharniergelenk. Diese Bauart ermöglicht komplexe Bewegungen, macht das Knie aber auch anfällig für Verletzungen, vor allem bei unkontrollierten Drehungen oder abrupten Stopps.
Welche Strukturen sind am häufigsten betroffen?
Da das Kniegelenk ein Dreh-Scharniergelenk ist, können unkontrollierte Rotationsbewegungen zu schweren Verletzungen an Bandstrukturen, Menisken und Knorpel führen. Das vordere Kreuzband ist bei einer Knieverletzung die am häufigsten betroffene Bandstruktur.
In welchen Sportarten passieren Knieverletzungen besonders oft?
Aufgrund der spieltypischen Sprung- und Abbremsbewegungen kommen vordere Kreuzbandrupturen im Ballsport vergleichsweise häufig vor. Aber auch bei anderen Sportarten wie Alpinski und in Kampfsportarten kommt es häufig zu Knieverletzungen.
Wie sieht eine typische Verletzungssituation aus?
Allen Verletzungen ist gemein, dass sich das Bein in einer Valgusposition mit Innenrotation befindet – also in einer funktionellen X-Beinstellung. Circa 75 % der Kreuzbandrupturen entstehen in sogenannten Nicht-Kontakt-Situationen, also ohne direkte Einwirkung des Gegners. Typische Risikobewegungen im Ballsport sind solche, bei denen das Standbein nach innen zeigt und sich der Körperschwerpunkt hinter dem Knie befindet, etwa beim Landen nach einem Sprung, Abstoppen, bei Drehbewegungen und Richtungswechseln. Im Skisport zwingt der Ski das Bein in eine X-Stellung; im Judo und anderen Kampfsportarten entstehen die meisten Verletzungen dagegen durch Kontakt, etwa bei Wurftechniken.
Warum sind Frauen häufiger betroffen?
Weibliche Sportler haben ein erhöhtes Risiko für das Erleiden einer vorderen Kreuzbandruptur. Epidemiologische Studien konnten zeigen, dass Kreuzbandrupturen im Ballsport bei weiblichen Sportlern etwa 2,4 bis 9,5 mal häufiger vorkommen als bei männlichen.
Wie hoch ist das Risiko für eine Kreuzbandruptur?
Das Risiko für das Erleiden einer Kreuzbandruptur liegt bei 1:3500 pro Jahr. Zudem ist das Risiko nach einer bereits versorgten Verletzung erhöht: Die Prävalenz für eine Ruptur der unverletzten Gegenseite beträgt zwischen 7 und 24 %.
